VERSCHWÖRUNGSDEX

Die offizielle Ermittlungsdatenbank des einzig wahren Verschwörungsdex.

AKTE #003

Volcan(i)gone

In Ermittlung

Hauptverdächtige: Avenaro, Narcisse

Handfestigkeit: Semi-handfest

Ermittlung

Was stimmt mit Heatran nicht?

Heatran ist ein Pokémon der Typen Feuer und Stahl. Sein Körper besteht aus Stahl, während durch ihn Blut fließt, das heiß wie Magma brodelt. Und genau hier beginnt das Problem. Denn laut Pokédex hat Heatrans Stahlkörper aufgrund seiner eigenen Körpertemperatur bereits geschmolzene Stellen. Heatran ist also heiß genug, um seinen eigenen Körper zu schmelzen. Es wirkt damit beinahe wie ein lebender Schmelzofen. Doch seit Pokémon-Legenden: Z-A wissen wir, was passiert, wenn dieser Schmelzofen noch heißer wird.

Mega-Heatran

Mega-Heatran soll seinen Körper auf Temperaturen von über 1 000 000 °C erhitzen können. Und auch äußerlich scheint diese enorme Hitze Spuren zu hinterlassen. Während gewöhnliches Heatran noch von großen, deutlich erkennbaren Metallflächen bedeckt ist, wirkt Mega-Heatrans Körper wesentlich stärker geschmolzen. Nur einzelne feste Metallteile scheinen übrig zu bleiben. Und vergessen wir nicht, bereits ein gewöhnliches Heatran schmilzt Teile seines eigenen Stahlkörpers. Wenn seine Temperatur durch die Mega-Entwicklung derart stark ansteigt, stellt sich deshalb eine entscheidende Frage:

Wie viel Stahl bleibt irgendwann überhaupt noch übrig?

Was, wenn die Mega-Entwicklung Heatran so stark erhitzt, dass sein eigener Stahlkörper immer weiter schmilzt?

Und was passiert, wenn dieser Vorgang zu weit geht?

Ein derart überhitztes Heatran müsste irgendwie wieder abgekühlt werden. Zum Beispiel mit Wasser. Und genau hier wird ein anderes Pokémon interessant.

Volcanion

Volcanion besitzt die Typenkombination Feuer/Wasser und erinnert mit seinem Körper auffällig an eine Maschine. Doch trotz seines metallisch und mechanisch wirkenden Körpers besitzt Volcanion ausgerechnet keinen Stahl-Typ. Stattdessen steht bei ihm etwas völlig anderes im Mittelpunkt.

Wasserdampf

Volcanion stößt Wasserdampf aus und kann sich im dadurch entstehenden dichten Nebel verstecken. Seine Kraft soll sogar ausreichen, um Berge zu versetzen.

Auch sein Lebensraum ist auffällig.

Heatran lebt in vulkanischen Höhlen und soll im brodelnden Magma des Kraterbergs geboren worden sein und Volcanion lebt ebenfalls zurückgezogen in Bergen, die von Menschen gemieden werden.

Zwei Pokémon mit einer Verbindung zu extremer Hitze und Bergen.

Das eine besitzt einen Stahlkörper, der durch seine eigene Hitze bereits teilweise schmilzt, das andere sieht weiterhin auffällig mechanisch und metallisch aus – besitzt jedoch keinen Stahl-Typ mehr und erzeugt stattdessen Wasserdampf.

Was, wenn das nicht immer so war? Was, wenn Heatran und Volcanion ursprünglich ein und dasselbe Pokémon waren?

Ein Heatran führte die Mega-Entwicklung durch, seine Körpertemperatur stieg immer weiter an, sein Metall begann noch stärker zu schmelzen, und irgendwann musste der Vorgang gestoppt werden. Mega-Heatran wurde mit Wasser abgekühlt, extrem erhitztes Material trifft auf Wasser, es entsteht Dampf.

Und plötzlich ergibt Volcanion ein völlig anderes Bild. Der geschmolzene Stahl-Typ verschwindet. Das zur Abkühlung verwendete Wasser nimmt seinen Platz ein. Feuer/Stahl → Feuer/Wasser. Aus dem Schmelzofen wird eine Dampfmaschine.

Doch damit nicht genug. Heatran besitzt die Fähigkeit Feuerfänger. Wird es von Feuer getroffen, absorbiert es die Flammen und verstärkt dadurch seine eigenen Feuer-Attacken. Volcanion besitzt dagegen H2O-Absorber. Wird es von Wasser getroffen, absorbiert es dieses und regeneriert sogar seine KP. Vor der Abkühlung absorbiert es Feuer. Danach absorbiert es Wasser.

Vielleicht ist Volcanion also kein vollkommen unabhängiges Pokémon. Und zwei unterschiedliche Pokédex-Nummern müssen eine solche Verbindung nicht einmal ausschließen. Mit Rocara und Diancie existiert bereits ein vergleichbarer Sonderfall: Diancie gilt als Mutation von Rocara, obwohl beide als unterschiedliche Pokémon geführt werden. Vielleicht ist Volcanion also ebenfalls keine gewöhnliche Entwicklung. Vielleicht ist es das Ergebnis eines Vorgangs, der nur ein einziges Mal stattgefunden hat.

Doch auch äußerlich würde eine solche Transformation überraschend wenig Widersprüche erzeugen. Heatran und Volcanion besitzen einen ähnlich massiven, gedrungenen Körperbau. Die größten Unterschiede liegen ausgerechnet an zwei Stellen: Heatrans Gesicht und Volcanions Rücken. Heatrans auffällige Gesichtsplatte besteht aus Metall – genau jenem Material, das während unserer angenommenen Transformation immer weiter schmilzt. Dass Volcanions Gesicht anschließend anders aussieht, wäre damit nicht überraschend. Gleichzeitig besitzt Volcanion auf seinem Rücken eine große, ringförmige Struktur, die bei Heatran fehlt. Doch auch diese könnte einen Ursprung haben. Teile dieser Struktur erinnern auffällig an die massiven Gliedmaßen von Mega-Heatran. Wenn Mega-Heatrans Körper tatsächlich teilweise geschmolzen und anschließend wieder abgekühlt wurde, müsste er schließlich neu erstarrt sein. Die ursprünglichen Formen müssten dabei nicht vollständig erhalten bleiben. Sie könnten sich neu angeordnet haben. Kleinere Unterschiede zwischen Heatran und Volcanion wären damit kein Gegenargument gegen unsere Theorie. Sie wären genau das, was wir erwarten würden. Ein Heatran, dessen Mega-Entwicklung außer Kontrolle geriet. Ein Stahlkörper, der unter seiner eigenen Hitze immer weiter schmolz. Ein verzweifelter Versuch, ihn mit Wasser wieder abzukühlen.

Der Schmelzofen wurde gelöscht.

Zurück blieb eine Dampfmaschine.

Doch wenn unsere Theorie stimmt, bleibt eine entscheidende Frage:

Wer hat Mega-Heatran mit Wasser gelöscht?

Dafür müssen wir zurück nach Sinnoh, zu Avenaro. Avenaro kennt den Kahlberg, er sucht gezielt nach dem Magmastein, er weiß von Heatran. Und vor allem hat er bereits selbst dafür gesorgt, dass Heatran freikam. In Pokémon Diamant und Perl nimmt Avenaro den Magmastein aus dem Kahlberg und bringt ihn später wieder zurück. In anderen Darstellungen wird seine Verbindung zu Heatran noch direkter. Wenn also jemand bemerkt hätte, dass mit Heatran etwas nicht stimmt, wäre Avenaro ein naheliegender Kandidat.

Stellen wir uns die Situation vor: Heatran führt die Mega-Entwicklung durch, seine Temperatur steigt immer weiter, sein ohnehin bereits teilweise geschmolzener Stahlkörper beginnt vollständig nachzugeben, der Schmelzofen beginnt selbst zu schmelzen. Avenaro braucht Hilfe. Und wen fragt man, wenn man selbst nicht mehr weiterweiß? Seinen großen Bruder.

Ignaz ist Mitglied der Top Vier von Sinnoh. Und möglicherweise kennt ein Mitglied der Top Vier wiederum andere Mitglieder der Top Vier. Damit brauchen wir nur noch jemanden, der sich mit dem exakten Gegenteil von Ignaz’ Spezialgebiet auskennt, Wasser. Ausgerechnet in Kalos finden wir ihn:

Narcisse, Mitglied der Top Vier, Wasser-Spezialist. Und als wäre das noch nicht verdächtig genug ist er auch noch Koch. Ein Mann, der beruflich mit Wasser und Hitze arbeitet.

Avenaro bringt das überhitzte Mega-Heatran nach Kalos. Narcisse versucht, es mit Wasser abzukühlen. Doch niemand berücksichtigt, was passiert, wenn Wasser auf einen derart heißen Körper trifft, Dampf. Der Stahlkörper erstarrt in einer neuen Form. Der Stahl-Typ verschwindet. Wasser tritt an seine Stelle. Volcanion wird geboren. Doch nach einer Mega-Entwicklung, dem Schmelzen des eigenen Körpers, einem Transport nach Kalos und einer spontanen Umwandlung in eine Dampfmaschine reagiert das ehemalige Heatran vollkommen nachvollziehbar: Es haut ab. Deshalb finden wir Volcanion nicht in Sinnoh. Avenaro hat Heatran nach Kalos gebracht. Zurück nach Sinnoh kam es nie.

Damit verfügt der Verschwörungsdex mittlerweile über vier semi-handfeste Beweise für unsere Theorie.

1. Heatran besitzt einen Stahlkörper, der durch seine eigene Hitze bereits teilweise schmilzt.

2. Mega-Heatran treibt diese Hitze ins Extreme und wirkt noch stärker geschmolzen.

3. Volcanion verbindet Feuer und Wasser zu Dampf und besitzt trotz seines metallischen Aussehens keinen Stahl-Typ.

4. Mit Avenaro und Narcisse existieren zwei Personen, die verdächtig gut in den Ablauf des Vorfalls passen.

DLC

Zusätzliche Ermittlungen zu dieser Akte werden gegebenenfalls hier veröffentlicht.

Separat erhältlich.

Video

Video auf YouTube ansehen

Impressum | Datenschutz